Die Kirchengemeinde Pahlen ist eine „Tochtergemeinde“ der Kirchengemeinde Tellingstedt. Sie entstand 1914, als durch die Anlage eines eigenen Friedhofes für die Gemeinden Pahlen, Dörpling, Tielenhemme und Wallen Ende des 19. Jahrhunderts der Wunsch aufkam, eigenständig zu werden. Die historische Grenzlinie zwischen Deutschland und Dänemark, die Eiderschifffahrt beginnend von den Wikingern bis zum heutigen Motorboot-Tourismus, der wirtschaftliche Aufschwung und Niedergang mit Hafen, Ziegelbrennereien und Fährverbindung über die Eider sind Teil der lebendigen Geschichte Pahlens.

Feierte man in den ersten zehn Jahren die Gottesdienste noch im „Dithmarscher Hof“, dem heutigen „Pahlazzo“, konnte man bedingt durch Inflation und Wirtschaftskrise nur sehr spät an eine eigene Kirche denken. Der Kieler Architekt Hans Schnittger entwarf dafür ein Ensemble, bestehend aus Kirche, Konfirmandenraum und Pastorat im sogenannten „Heimatschutzstil“ der 1920-er Jahre. Im September 1926 wurde das Essemble eingeweiht, das Pastorat bezogen. Eine Orgel erhielt die Kirche erst 1929. Diese Einheit von Kirche, Pastorat und Allee ist einzigartig und steht seit 1972 unter Denkmalschutz.

In der Dankeskirche wurde die Wort-Gottes-Theologie der 1920-er Jahre baulich umgesetzt. Erkennbar ist dies durch die Schlichtheit der Innenausstattung und die übergroße Kanzel. Eine in zarten Farben gehaltene, mit Rankenmalerei verzierte Holzbalkendecke – typisch für Bauernhäuser jeder Zeit – und eine aus Hohn stammende Holzfigur des leidenden Christus’’ im schlichten Altar sind ursprünglich der einzige Schmuck. Ein Glasfenster von dem aus Pahlhude stammenden Hans Gross – zur Einweihung geschenkt – wurde so im Altarraum platziert, dass es für die Gemeinde unsichtbar bleibt. Ein Taufbecken fehlte ursprünglich. Die jetzige Taufe mit Taufdeckel von 1735 stammt aus der Kirche von Oeversee.

Durch Herausnahme mehrerer Bankreihen im Zuge einer Renovierung in den 90-er Jahren gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten für Gottesdienste, Konzerte und Veranstaltungen. Bei aller Schlichtheit lässt sich viel Zahlensymbolik entdecken. Als eine der wenigen Kirchen ist die Dankeskirche genordet. Dadurch wird der kastenförmige Altar zur „teba“, dem Aufbewahrungsschrank der Schriftrollen in der Synagoge. Eine Scheintür im Osten für Richtung Auferstehung. Das Modell des letzten in Pahlen beheimateten Eiderschiffes „Dora“ ist so etwas wie das Symbol, unter dem die Kirchengemeinde ihr Tun versteht, Bindeglied zu sein zwischen Tradition und Gegenwart, Bürgergemeinde und Glaubensgemeinde, den Menschen „diesseits und jenseits des Fusses“, zwischen Nationen, Geschlechtern und Lebensformen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kirchenmusik unterschiedlichster Prägung.