Moin tosamen

 

Fast 34 Jahre lang war für mich „Kirche“ gleichbedeutend mit „Nähe“ und „Gemeinschaft“. Der begrüßende Handschlag vor einer Beerdigung genauso wichtig wie das Versammeln in Gruppen, sei es nun   Seniorenkreis oder Konfirmandenunterricht. „Kirche“, das war gemeinsames Singen und Musizieren, gemeinsames gesprochenes Vater Unser, gemeinsames Essen. „Kirche“, das was gleichbedeutend mit „das Besondere feiern“, mit einem Glas Sekt oder Selters anstoßen, bei einer Besprechung eine Tasse Kaffee zusammen trinken, sich am mitgebrachten Kuchen freuen oder beim Glühwein und Keksen das kommende Jahr terminieren.

Ich weiß nicht, wie viele Menschen ich „dienstlich“ in den Arm genommen habe, freundschaftlich, tröstend, beschützend. Und die Zahl der Wohnzimmer und Küchen, die ich so kennengelernt habe – Legion. „Kirche“ – fast 34 Jahre lang dicht am Menschen, ihrem Leben, ihren Sorgen, ihrem Alltag.

Seit gut zehn Monaten habe ich das Gefühl, ich bin nicht Pastor in zwei Kirchengemeinden, sondern leite ein Krankenhaus: Vermeidung von Virenübertragung, Achten auf Aerosole, Hygienekonzepte, Desinfektion der liturgischen Gegenstände und das Lesen der jeweils gültigen Corona-Verordnung – all das nimmt mehr Zeit in Anspruch als die theologische Vorbereitung für einen Gottesdienst selber.

Im Konfirmandenunterricht und bei einer Beerdigung trage ich eine OP-Maske. Und wo früher in meinem Kalender „Seelsorgebesuch“ stand, da könnte heute stehen „Beratung, auch telefonisch“. Ein Trauergespräch mit vielen Menschen in einer übervollen Küche oder Wohnzimmer? Geschichte. Heute treffe ich mich mit einer Person im Gemeindehaus und auf Abstand. Und – klar – mit Maske.

Mein dienstliches Leben ist anders geworden: statt voller Heilig-Abend-Kirche nun „Offene Kirche und Weitergabe des Weihnachtslichtes“, statt Konvent und Synode nun Video-Konferenz, statt – Achtung! Neue Wortschöpfung! – Präsenzgottesdienst nun „Digitale Kirche unter www…“.

Und ich lerne neue Worte: Lockdown – Inzidenzwert – Pandemie – Homeoffice. Und die Allgegenwart von Corona und Karl Lauterbach. Mein sich sonst im Januar füllender Terminkalender ist blütenweiß. Weder wissen wir gegenwärtig, ob und wie die im Mai geplanten Konfirmationen stattfinden können, noch haben wir einen Termin für Eidertaufe. Auch dieser Gemeindebrief besteht aus Lücken: Alle Gruppen pausieren. Bis Mitte Februar gibt es unsere Gottesdienste nur im Internet. Die sonst im Frühjahrsboten üblichen Konfirmandenlisten fehlen. Wir wissen zwar, wen wir konfirmieren. Aber nicht wann, wie, wo und in welcher Zusammensetzung. Auf den gegenwärtig gültigen „Handlungsempfehlungen der Nordkirche“ steht dann auch „Gültig bis Aschermittwoch“.

Alles ist heruntergefahren, nicht nur bei „Kirchens“. Auch sonst. Meinen Geburtstag im März werde ich wohl nicht im Freundeskreis feiern können, sondern im besten Fall mit einem einzigen. Ich werde wohl losen müssen.

Ich erlebe die gegenwärtige Situation – ich schreibe dies in der dritten Januarwoche – als belastend. Es fehlt die Zukunft und die Perspektive. Alles ist wie erstarrt. Und es ist Hilflosigkeit und Resignation all überall zu spüren. Die biblische Frage des „Wie lange noch?“ hängt in der Luft. Als Theologe erinnert mich dies an die Situation des Karsamstags: die Katastrophe ist eingetreten. Jesus ist tot und begraben. Nichts wird wieder so werden wie es war. Was zu erledigen war, ist erledigt. Nun ist Starre, Stillstand, Abwarten. Die Zukunft wie ein langer dunkler Tunnel ohne Licht. Ein Hoffnungsschimmer nicht zu erkennen oder in zu weiter Ferne.

Ich sehe uns wie die Jünger und Jüngerinnen ängstlich in der Wohnung sitzen, unsicher, hilflos, aber nicht unbedingt hoffnungslos. Möglicherweise beginnt ein Jünger wie Andreas grade an einem Erinnerungsbuch an den Rabbi Jesus zu schrieben. Oder ein Petrus organisiert einen Verein ehemaliger Jünger. Ich würde es ihnen zutrauen. Auch Kirche an der Eider ist in den Pandemiezeiten nicht untätig, sondern hat Wege der Kommunikation untereinander gefunden. Wir sind auch in Corona-Zeiten vernetzt geblieben. Es gibt Gottesdienste digital, Whats-App-Andachtsgruppen, Grüße in Form von Video-Auftritten, Weihnachtspäckchen, Fotokalendern. Und manches, das vor einem Jahr noch undenkbar war, ist nun gängige – wenn auch vielleicht noch ungewohnte – Praxis. Ein Gottesdienst per podcast ist vielleicht ungewohnt, aber möglich. Wo Besuch nicht geht, da geht ein Telefonanruf. Wo „drinnen“ nicht geht, geht man nach „draußen“.

Mich trägt die Hoffnung, dass es nicht Karsamstag bleiben wird. Sondern dass der Karwoche der Ostertag folgt. Neubeginn und Auferstehung nach Dunkelheit und Todesangst. Auch die Jünger und Jüngerinnen haben damit nicht wirklich gerechnet. Sie haben es erhofft. Aber nicht gewusst. Sie haben begonnen, sich auf den Karsamstag einzurichten. Und dann kam Ostern und Auferstehung. Die Zukunft wurde ihnen geschenkt. Neues Leben wurde ihnen geschenkt. Von Gott geschenkt.

Vielleicht sollten wir aus diesem Karsamstag-Erleben die Lehre ziehen: Es wird Ostern werden. So oder so. Neubeginn und Auferstehung werden kommen. Aber es wird alles neu und anders werden. Wer eine Rückkehr zum alten Leben erwartet, der wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Und wer erhofft, dass wir dies aus eigener menschlicher Kraft schaffen werden, der wird ebenfalls enttäuscht werden. Wer auf ein reines „Jo, wir schaffen das“ – Yes, we can – vertraut, der muss wissen, dass mancher Wahlkampfslogan aus dem Kinderprogramm stammt. Der Kampfspruch eines Bob der Baumeister bringt vielleicht einen Präsidenten ins Amt, wird aber spätestens da schal und kraftlos, wenn jemand anderes ihn wiederholt. Es ist die Erfahrung von Ostern, dass nicht nur alles neu wird, sondern, dass Gott es ist, der alles neu macht. Wir sind, werden und können, weil Gott es so will. Er ist uns zur Seite. Darum wird alles gut.

Darauf vertraue und hoffe ich – auch und grade in diesen seltsamen Zeiten. Jetzt ist zwar die Zeit von Frost und Kälte, aber uns blüht das Leben. Es wird Ostern werden. Weil Gott es so will.

Bleiben Sie behütet

Ihr und Euer Pastor
Jörg Denke


Gottesdienste in Pahlen und Delve

Keine PRÄSENZgottesdienste in der Kirche bis 17. Februar 2021.

Nach wie vor besteht der Lockdown und ist am 20.01.2021 bis zum 17.Februar verlängert worden. Das heisst, es werden in dieser Zeit keine Präsenz-Gottesdienste stattfinden.

Abwechselnd mit der Kirchengemeinde Tellingstedt bieten wir jedoch Audiogottesdienste für zuhause oder unterwegs an.

Besuchen Sie uns unter
www.kirchengemeinde-pahlen.de oder
www.kirche-tellingstedt.de
(Am besten nicht über Suchmaschine gehen, sondern das obere Adressensuchfach auf dem Browser-Deckblatt nutzen, also ganz oben auf der ersten Seite, wenn Sie ins Internet gehen.)

Gegenwärtig herrscht auch immer noch  während Amtshandlungen (Trauerfeiern und Beisetzungen) Maskenpflicht!

Sie erreichen uns unter 04803-6146 (persönlich oder über unseren Klönkasten), per Mail über pahlen@kirche-dithmarschen.de

Oder Wir bitten darum, Bekanntmachungen der hiesigen Presse, sowie dem Aushang im Schaukasten der Kirchengemeinde zu entnehmen


Gooden Dag, leeve Lüüd!

Dat Johr 2021 hett uns tofoten mit all de Ereignisse. Wer harr dat dacht, dat in düsse Tied sogor de Gottesdeenste in de Kark utfalln mööt.
Un doch geev dat schöne andächtige Gottesdeenste to hörn. Ik heff mien Laptop anmookt un kunn denn de Andacht vun Hilligobend, vun den 27.12.2020 un de Oldjohrsobend – Gottesdeenst hörn un ok nalesen.
Weer sehr schön!

Ik bedank mi ganz hartli bi all de Akteure, de düsse Andachten fertig mookt hebbt un ümmer för de nächsten Gottesdeenste sorgt.
Man mutt sik blots to hölpen weeten. De Technik hüüt kann dor fix insett warrn.
Hartligen Dank segg ik an all de fliedigen Hann! Un bliebt gesund.

Dat wünscht jüm
Elisabeth Müller


Vorankündigung:

Gottesdienst Werkstatt
mit anschließendem Gottesdienst

der Kirchengemeinde Pahlen und Tellingstedt

Wir entwickeln gemeinsam in einer Werkstatt einen Gottesdienst, der ohne eine klassische Predigt auskommt. Dabei findet durchaus Verkündigung statt: als roter Faden der Liturgie und in einzelnen Elementen der Bibelauslegung, vielleicht im Bibliolog…
Das Ziel besteht darin, ein Bibelwort (ein Symbol, ein christliches Thema) als Evangelium so aufzubereiten, dass man sich dabei einfühlen kann, etwas miterleben und verinnerlichen kann. Es tragen dann alle mit ihrem Denken, Fühlen und ihrer körperlichen Resonanz dazu bei, das Bibelwort auszulegen in die je eigene Lebenswirklichkeit.
Der in kleineren Teams vorbereitete Gottesdienst wird dann direkt im Anschluss gemeinsam gefeiert.
Die „Qualität“ entsteht dabei nicht dadurch, dass möglichst viele Besucher*innen zur Feier dazu kommen – es kann genauso sinnvoll sein, wenn nur die Akteure selbst feiern, die dabei mal gestaltend und mal empfangend sind; und doch sind – natürlich! – Besucher zum Gottesdienst herzlich willkommen!

Wann?

Samstag, 13. März 2021 10 – 17 Uhr: Werkstatt
18 Uhr: Einladung zum öffentlichen Gottesdienst

Wo?

Gemeindehaus und St. Martins Kirche, Tellingstedt

Für das Mittagessen und die Materialkosten gibt es ggf. eine geringfügige Umlage

Anmeldung bitte bis zum 28.02.2021 an:

Renate Karstens – 04835-9786440
Wiebke Petersen – 04803-1501

Vorbereitung und Planung durch:

Andreas Wandtke-Grohmann, Pastor, Gemeindedienst der Nordkirche
Renate Karstens, Prädikantin, Kirchengemeinde Tellingstedt
Wiebke Petersen, Prädikantin, Kirchengemeinde Pahlen



Bei Gott bin ich unvergessen.
Überall muss ich meinen Namen aufschreiben und hinterlegen. So ganz wohl ist mir nicht da-bei. Der Missbrauch meiner Daten ist dadurch natürlich möglich. Auch Warn-Apps, wenn sie denn funktionieren, zeichnen meinen Weg auf. Da ist es gut, wenn aufgeschrieben ist, wer wem wann begegnet sein könnte.
Mag sein, dass wir mit geschriebenen Worten eine besondere Sicherheit verbinden. So nach dem Motto: Was du schwarz auf weiß besitzt, kannst du getrost nach Hause tragen. Vielleicht glauben wir uns mit einem Schriftstück auf der sicheren Seite. Manchmal haben wir aber auch das ungute Gefühl, mit unserem Namen, unserer Adresse geben wir zu viel von uns preis,    verleihen anderen Macht über unser Leben.
Die eben gerade berufenen und ausgesandten Jüngerinnen und Jünger berichten Jesus ganz aufgeregt von ihren Erfolgen. Jesus warnt sie mit dem Hinweis, dass es immer zerstörerische Mächte gibt, die Erfolge auch zunichtemachen können. Überschätzt euren Ein-fluss nicht. Jesus sagt: Darüber hinaus freut euch nicht, dass die Geister und Mächte euch untergeordnet sind, aber freut euch, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben stehen.
Wenn etwas festgeschrieben ist, sollte es unveränderbar sein.

Meine Nähe zu Gott ist unverrückbar, mein Name ist im Himmel      geschrieben. Menschliche Schrift verblasst, geht verloren, bei Gott bin und bleibe ich unvergessen.

Carmen Jäger

Veröffentlichungen

Beschluss des Kirchengemeinderates zum Haushalt

Nach Artikel 25 (3) Nr. 6, 10 und 11 der Verfassung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland hat der Kirchengemeinderat der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Pahlen in seiner Sitzung vom 13.01.2021 den Haushaltsplan sowie den Stellenplan für das Haushaltsjahr 2021 in der jeweils vorliegenden Form beschlossen.

Das Kirchengesetz über die Haushaltsführung vom 28.11.2013 und die Rechtsverordnung über die Haushaltsführung nach den Grundsätzen des kaufmännischen Rechnungswesens vom 11.12.2013 sind beachtet worden.

Der Haushalts- und Stellenplan hat nach ortsüblicher Bekanntmachung im Gemeindebrief „Wi sünd Kark“ , Ausgabe Nr. 8 sowie per Aushang in den Bekanntmachungskästen während der Zeit vom 15.01.2021 bis zum 15.02.2021 im Kirchenbüro Pahlen öffentlich auszulegen.

Menschen, die für Frieden und Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung eintreten, müssen einen langen Atem haben.

Carmen Jäger


Die kleine Schneeflocke und die Haselblüte

Die kleine Schneeflocke will endlich wieder schneien.
„Wann darf ich die Erde besuchen?“, fragt sie die Wolke.
„Es ist keine Zeit für Schnee“, meinte diese. „Viel zu warm ist es auf der Erde.“
„Falsch“, rief die kleine Schneeflocke. „Die Kinder warten und singen Schneelieder. Hörst du?“
„Lieder machen die Luft auch nicht kälter“, sagte die Schneewolke. „Und nun lass mir meine Ruhe. Dieser Winter ist anstrengend.“
„Dann besuche ich eben alleine die Erde“, sagte die kleine Schneeflocke trotzig. Sie hüpfte von der Wolke und schwebte auf die Erde zu.
„Juchhu! Es ist schön, eine Schneeflocke zu sein“, jubelte sie und tanzte fröhlich mit dem Wind um die Wette.
Der Wind trug die kleine vorwitzige Schneeflocke zu einem Haselstrauch. Dort landete sie mitten auf einer duftenden gelben Haselblüte.
„Was machst du hier?“, fragte die Haselblüte. „Ich schätze, du hast dich in der Zeit verirrt.“
„Falsch“, erwiderte die kleine Schneeflocke. „Es ist Winter, und Winter ist die Zeit des Schnees.“
Misstrauisch beäugte sie die Haselblüte. „Warum hast du deine Blüten schon geöffnet? Willst du uns Schneeflocken ins Handwerk pfuschen?“
„Wir Haselblüten blühen früh im Jahr. Außerdem ist es längst warm genug für uns.“ Die Haselblüte lachte. „Ich schätze, du kommst zu spät.“
„Nein und nein und nein!“, rief die kleine Schneeflocke. Vor Empörung wurde ihr warm. Sie schwitzte und schwitzte, und – ssst – war aus ihr ein kleiner Wassertropfen geworden. Der tropfte von der Haselblüte hinab in eine Pfütze.
„Ihr seid gemein!“, rief sie den Haselblüten zu. „Aber ich komme wieder. Wetten?“ Sie hangelte sich an einem Sonnenstrahl himmelwärts und wanderte mit vielen anderen Wassertropfen zur Schneewolke zurück. Dort legte sie sich erschöpft nieder und träumte von einem Wintertag, an dem sie sich mit anderen Schneeflocken auf die Haselblüte setzte und deren gelbe Farbe mit einem strahlenden Schneeflockenweiß überzog.
Nun, manchmal werden Träume wahr. Wer weiß?

 

© Elke Bräunling         Bildquelle © Siegella/pixabay


Herausgeberin:
Ev.-luth. Kirchengemeinde Pahlen,
An der Kirche 6, 25794 Pahlen
Tel. 04803-6146, e-Mail: pahlen@kirche-dithmarschen.de
Evangelische Bank eG,
IBAN DE 58 5206 0410 2506 4031 07
BIC GENODEF1EK1
Öffnungszeiten des Gemeindebüros:
Dienstag und Donnerstag 10.00 h bis 12.00 h

Ev.-luth. Kirchengemeinde Delve,
Süderstr. 6, 25788 Delve,
Tel. 04803-832, E-Mail: delve@kirche-dithmarschen.de
Evangelische Bank eG,
IBAN DE 06 5206 0410 1506 4031 07
BIC GENODEF1EK1
Öffnungszeiten des Gemeindebüros:
Mittwoch 15.00 h – 16.00 h
V.i.S.d.P. : Brita Peix-Balling; Jörg Denke

Vielleicht gefällt dir auch das: